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Maximilian Buchmayr

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  • Maximilian

Advent, Gnade und Non-Dualität

Über den Advent als gedachte Zeit der Stille, die dann aber doch in Hektik und Stress verbracht wird, sind schon genug Texte geschrieben worden - da füge ich jetzt keinen weiteren hinzu.

Was ich gerne mit euch teilen möchte, ist ein Blickwinkel auf diese Zeit, der nicht der christlichen Tradition entspringt, aber sich diese Energie mit Dankbarkeit und Respekt zu eigen macht.


Advent, also "Ankunft" ist ja im Christentum so gedacht, dass ein transzendentaler Gott in einem Akt der Gnade Mensch wird, und auf diese Weise Erlösung aus dem leidvollen Erdendasein verheißt.



Kann dieses Bild auch hilfreich und unterstützend wirken, wenn man das Göttliche nicht als transzendentale Kraft, sondern als dem Menschen ursprünglich innewohnend und nicht von ihm getrennt betrachtet? Da gibt es ja dann nichts, was irgendwo ankommen könnte, und an dieser Stelle könnte man das Kapitel - vielleicht mit einem Anflug von Bedauern - schließen.


Ich persönlich kann diese Advent-Energie für mich sehr gut nützen, sie öffnet für mich einen inneren Raum, wo ich sehr bewusst, etwas ankommen lassen kann, das zwar natürlich schon da ist und immer schon da war - aber doch von vielem anderen so verdeckt und überwuchert ist, dass es im alltäglichen Leben oft nicht wahrnehmbar ist.


Diese "Buddhanatur", das "Göttliche", die "Seele" - welches Wort auch immer für dich für dieses Unnennbare passt - wenn das in dieser Zeit wieder ein wenig mehr in das Zentrum der Aufmerksamkeit rücken darf, dann passiert ein Weihnachtswunder der besonderen Art. Das Kind, das dann geboren wird, ist die ursprünglich-unschuldige Natur deines Geistes, frei von allen Konzepten, Geistesgiften, Illusionen und Irrtümern. Das Licht, das in dieser Zeit nach dem Abstieg in die Dunkelheit, wieder zu wachsen beginnt, ist das Licht der Erkenntnis. Nicht im Sinn von Faktenwissen. Das gehört, wenn es in ungesunder Art und Weise überbordend wird, eher zu den Faktoren, die den ursprünglichen Blick auf das "Wahre, Gute und Schöne" verstellen können. Es ist das Erkennen, dessen, was ICH BIN, der ursprünglichen Ungetrenntheit von dem, was wir in unserer normalen Alltagswahrnehmung als Subjekt und Objekt betrachten und die aufsteigende Gewissheit, dass Liebe, Freude und Mitgefühl unsere grundlegenden, natürlichen Eigenschaften sind.


Was zu tun ist, um diesem Prozess einen guten Nährboden zu geben? Meditation düngt dieses Feld ganz außerordentlich gut. Beispielsweise einfach hinsetzen, die Stille hören, den inneren Raum öffnen (dabei ist Atmen ins Herzzentrum eine hilfreiche Unterstützung). Und dass dann alles ganz natürlich und von selbst geschieht - das empfinde ich als Gnade. Die natürlich immer und überall vorhanden ist. Und in der Adventzeit vielleicht aufgrund des kollektiven Feldes noch ein klein wenig leichter zugänglich. Just try it.

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