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Herzensgrüße aus meinem Retreat (2)


Ich schicke euch wieder einmal einen kurzen Gruß und Zwischenbericht aus meinem "Retreat".

Retreat heißt für mich nicht notwendigerweise, dass ich mich irgendwohin in die Abgeschiedenheit des Himalaya zurückziehen muss - obwohl das sicherlich auch eine schöne Möglichkeit des Innehaltens ist.

Für mich ist Retreat diesmal aber ganz anders. Ich lebe rein äußerlich mein Leben recht "normal" weiter - aber bin sehr viel in meinem Innen. Gehe in die Stille, in meinen Seelengrund. Lasse weg, was nicht mehr zu mir gehört. Der unten zitierte Meister Eckhart würde wahrscheinlich ungefähr solches sagen: Das Innere des Menschen ist wie ein Krug, der oft bis zum Rand gefüllt ist. Nichts passt mehr hinein. Damit ich diesen Krug leeren kann, muss ich zuallererst einmal erkennen, dass er voll ist. Dann kann das "Abschöpfen" beginnen, das Lösen von Gedanken, Vorstellungen, Gefühlen, Urteilen. Ist der Krug leer, zeigt sich sein eigentlicher Inhalt.

Ich beschäftige mich im Moment sehr intensiv mit Meister Eckhart. Und finde so viel bei ihm, was in einem ganz anderen kulturellen Ausdruck für mich das widerspiegelt, was ich auf meinem ursprünglichen spirituellen Weg, dem Tantra, gefunden habe. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass Meister Eckhart ein waschechter Tantriker war. Obwohl er diesen Begriff natürlich nie gehört und mit den entsprechenden östlichen Lehren nie in Berührung gekommen ist. Und diese Neubegegnung hilft mir auch, meine Erfahrungen und mein Erleben in eine neue Form zu gießen. Die ich dann auch gerne teilen mag. Aber das wird noch ein wenig dauern. Aber die "Tantrarebellen" sind im Entstehen, im Wachsen. Das macht mir ganz viel Freude, aber das ist eben auch etwas, was ich lernen durfte - dass dieses Wachstum die Zeit braucht, die es eben braucht. Und vielleicht erlerne ich auf meine alten Tage ja auch noch etwas, womit ich in meinem bisherigen Leben nicht mit großem Übermaß ausgestattet war: Geduld

Und apropos Tantra: Da gibt es viel dazu zu sagen. Tantra ist eines der vielen "verwundeten Wörter". Und ich habe ziemlich lange überlegt, ob es überhaupt riskieren soll, es zu verwenden. Denn mit der Reduktion des Begriffes "Tantra" auf eine flachland-spirituelle Verknappung des Begriffs auf eine Behübschung und Aufpäppelung von Sexualität hab ich nichts am Hut. Und 90% all dessen, was im Moment unter "Tantra" läuft, geht leider in diese Richtung.

Aber ich habe mich entschlossen, mich dieser Herausforderung zu stellen. Und meinen Beitrag zu leisten, dass dieses Wort wieder geheilt werden darf. Und zu dem wird, was es in seinem Kern ist: Ein fantastischer, integraler und in jeder Kultur in einer eigenen und zeitgemäßen Form erscheinender spiritueller Weg.

Aber - und jetzt leg ich wieder meinen neu entdeckten Geduldsschalter um - darüber erzähl ich später mehr...

Mögen alle Wesen frei und glücklich sein.






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