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Leiden und Zärtlichkeit



Das Universum ist zärtlich.

Ist dieser Satz nicht zynisch, angesichts des Leidens, das es in der Welt doch ganz unbestritten auch gibt? Kriege, Konzentrationslager, Hunger, Vergewaltigung, Mord. Was soll daran bitte zärtlich sein?

Das Universum ist zärtlich.


Und unser Leben ist eine wunderbare Chance, diese grundlegende Zärtlichkeit in jedem Augenblick wahrzunehmen. Durch alles Leiden hindurch. Ohne es zu verleugnen oder zu verdrängen. Ohne die Notwendigkeit zu vergessen, das zu tun, was in unserer Macht steht, um das Leiden zu vermindern.


Das Universum ist zärtlich.


Und wir, als Teil des Universums, sind zärtlich. In unserem innersten Sein. Und wir sind verstrickt, und es ist uns oft geradezu unmöglich, diese Zärtlichkeit zu leben. Nach außen nicht, und auch uns selbst gegenüber nicht. Wir verlieren uns oft in diesen Verstrickungen, und so entsteht Gewalt, Hass, Zerstörung. Und dennoch ist dieser Wesenskern, dieses Pflänzchen, immer vorhanden.


Das Universum ist zärtlich.


Und vielleicht ist gerade das die Aufgabe unseres Lebens auf diesem Planeten, die Spuren dieser Zärtlichkeit immer wieder zu suchen und zu finden. Diese Pflänzchen zu düngen und zu gießen. Die Liebe, die die Quelle dieser Zärtlichkeit ist, ist bedingungslos, sie steht außerhalb des Gesetzes von Ursache und Wirkung. Niemand kann aus dieser Liebe herausfallen, denn die Hölle ist ein Konstrukt der Verstrickung, dem keine Absolutheit zukommt.


Das Universum ist zärtlich.


Verstrickungen kommen. Verstrickungen gehen. Menschen können die Liebe leben, Menschen können grausam sein. Aber was wäre die Liebe, wenn sie nur dort in ihrer Zärtlichkeit vorhanden wäre, wo keine Verwirrung und keine Verstrickung ist?


Das Universum ist zärtlich. Bedingungslos und radikal.


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